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  Spatzengeld - die Rettung für Hamburgs Finanzen? Th.14
 1    Aggi     01.07.04 um 23:27:03#18


Aggi
Heute morgen im Radio: Ole von Beust, unser Bürgermeister, betont wieder einmal, wie dramatisch die finanzielle Situation unserer Stadt sei.

Nun las ich vor einigen Tagen einen Artikel in einer überregionalen Tageszeitung, von dessen (dort nicht eben gut weggekommener) Hauptperson in dieser Hinsicht eine rettende Inspiration ausgehen könnte. Gelegentlich kann man ja doch aus der Geschichte lernen.

Ein gewisser Herzog Eberhard Ludwig hatte zu seiner Zeit ebenfalls einen erheblichen Finanzbedarf zu decken. Er war jedoch etwas erfinderischer als die heutigen Bürokraten.
So ließ er zum Beispiel am 1. Dezember 1719 das sogenannte "Spatzengeld" einführen: Jeder Untertan war nun verpflichtet, der Obrigkeit jährlich zwei Dutzend tote Spatzen abzuliefern. Wer es nicht konnte, hatte ein Strafgeld zu entrichten.

Die Idee ist einfach, gerecht und sozial.
Sie erfordert keine Steuererhöhungen oder Ausgabenkürzungen, trifft jeden Bürger gleichermaßen und bevorzugt weder arm noch reich.
Auch am Objekt läßt sich sich kaum noch feilen. 24 tote Spatzen pro Kopf lassen sich auch heutzutage nicht so einfach auftreiben, schon gar nicht zu einem festen wiederkehrenden Termin, und es ist auch nicht jedermanns Sache, Vogelleichen zu sammeln und über das Jahr aufzubewahren.
Und Hamburg hat über 1,7 Millionen Einwohner, da kommen schon ein paar zusammen.

Eventuell ließe sich das Thema aber ohne Gefährdung des finanziellen Erfolges noch etwas humaner gestalten, sozusagen optisch ein wenig ansprechender. Wie wäre es zum Beispiel mit dem regelmäßigen Vorweisen eines modischen Haustieres, etwa eines mindestens 100 cm langen Krokodils in der Badewanne? Natürlich muss verhindert werden, dass ein solches Wertobjekt jeweils zum Zeitpunkt der Zählung mehrfach in verschiedenen Haushalten angetroffen wird. Auch könnte es sich ergeben, dass das in Aussicht gestellte sommerliche Schwimmvergnügen in Alster und Elbe nun aus anderen als den bisherigen Gründen doch nicht empfohlen werden wird.
Dafür wird hierzulande die Bauwirtschaft angekurbelt, denn bei weitem nicht alle Wohnungen sind bereits mit einer Badegelegenheit ausgestattet.

Also alles in allem: eine Anregung mit Potential!
 
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