Übrigens, Gast 921470 ist vielleicht doch kein so schöner Name...
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Paris - Die Sioux haben das Kriegsbeil ausgegraben. Adressat der Kampfansage ist das "Crazy Horse", eine Institution des Pariser Nachtlebens. Seit mittlerweile 53 Jahren heißt das Erotik-Kabarett wie der große Sioux-Häuptling, der 1876 durch seinen Sieg über General Custer am Little-Big-Horn-Fluß in die Geschichte einging. Die Nachfahren des charismatischen "Crazy Horse" fordern nun die Umbenennung des Pariser Etablissements.
"Der Name ist unserem Volk heilig", sagte Alfred Red Cloud am Wochenende in der französischen Hauptstadt. Er übergab dem "Crazy Horse"-Management ein Schreiben von Harvey White Woman, einer direkten Nachfahrin des Häuptlings. Die Indianer würden "alles Notwendige" tun, um einen Namenswechsel zu erreichen, betonte Red Cloud, der in traditioneller Tracht und mit einem Kopfschmuck aus Adlerfedern angereist war. Der Stamm der Oglala Sioux solle sich bei dem Namen Crazy Horse an einen starken Häuptling und Kämpfer erinnern, "und nicht an irgendeinen Nachtclub in Paris", heißt es in dem Schreiben. Grund für die Forderung war White Woman zufolge eine Fernsehsendung über den Club, in der die nackten Tänzerinnen Federschmuck trugen. "Das ist schockierend für uns. Niemand hat das Recht, diesen Namen zu tragen", heißt es in dem Brief weiter. Dem Touristenmagneten im Herzen der Seine-Metropole fehle "die Achtung vor der Kultur und den Vorfahren" seiner Familie. Warnend fügte Red Cloud hinzu: "Vor zehn Jahren sollte ein US-Bier Crazy Horse genannt werden. Wir sind vor Gericht gezogen." Die Brauerei habe den streitbaren Nachfahren des Kriegers 150 000 Dollar zahlen müssen. Ob die Manager des nahe den Champs-Elysées gelegenen "Crazy Horse" den Vorschlag annehmen, ist noch unklar. Immerhin bescheren die Indianer dem Kabarett eine kaum mehr für möglich gehaltene Aufmerksamkeit.
(Aus der Berliner Morgenpost)
Wir sollten nicht glauben, Paris sei weit weg, und das alles beträfe uns nicht. Auch wir in Hamburg haben eine sündige Meile, auch hier gibt es bedrohte Etablissements! Der Star Club ist verschwunden, das Kolibri existiert nicht mehr, sicher steckt da irgendeine Naturschutzorganisation dahinter. Wie lange wird uns das "Safari" noch erhalten bleiben? Wann werden dem "Tivoli" die Daseinsrechte entzogen? Wann beginnen die Holländer, wegen Cafe Keese auf ihren angestammten Rechten zu beharren?
Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass der stolze Krieger original Tashunka witko hieß. Und so ein Etablissement ist mir noch nie untergekommen....Diese Sioux glauben doch tatsächlich, daß wir alten Europäer nur Englisch können
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